Ok, Algorhythmen sind eigentlich Lösungsanweisungen für PCs. Sie helfen ans Ziel zu gelangen und bieten einen Lösungsweg. Damit sind sie allerdings meistens recht starr und eben wenig flexibel. Sie passen sich kaum effizient der Wirklichkeit an, weil die viel zu komplex für deren bescheidene Integrationsfähigkeit ist.

Trotzdem bestimmen sie mehr und mehr unseren Alltag. Googlesuchen sind algorhythmusgesteuert. Sie liefern uns das, was der Algorthythmus meint, was wir glauben bei der Suche bekomen zu müssen. Das ist allerdings meist nicht das, was wir wirklich suchten. Es ist das, was kommerziell für irgend jemanden nützlich erscheint. Eben hier beginnt das Problem: Denn solange es sich nur um Geschäftemacherei handelt, bleibt unsere Seele relativ unberührt. Wenn die jedoch in ihrer Intimität durch Algorhythmen eingeschränkt wird, dann wird es ernster.

Freiheit ist ein Seelenthema, auch Entscheidungsfreiheit. Überzeugung ist ein Seelenthema, auch die äußere. Chancengleichheit ist ein Seelenthema, vor allem, wenn sie nicht gewährleistet ist und Scheinheiligkeit ist es ebenso. Die Algorhythmen sind scheinheilige Unterstützer ihrer Macher. Sie erzeugen eine Schein-Wirklichkeit oder schränken die Wirklichkeit ein. Sie sorgen für noch mehr Umverteilung zugunsten ihrer Erzeuger. Die Schafe schauen wieder einmal in ein nicht mehr ganz so grünes Gras, denn sie werden hinters Licht geführt durch eine digitalisierte Scheinwelt, die sie weiter instrumentalisiert. So wie zu Zeiten der industriellen Revolution Menschen nutzbar gemacht wurden, so werden wir jetzt im großen Stil Opfer der nächsten Revolution: "Big Brother Is Just Watching You!"

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