Wenn die Wahrheit dazwischen liegt, dann ist es wohl gut gelegentlich zu übertreiben und immer wieder den Scheffel unter den Tisch zu stellen. Großtöner machen sich mit der Zeit unbeliebt, weil sie meist nicht halten können, was sie versprechen. Die Minderkomplexler*innen dagegen versinken in der Unbekanntheit - man hört sie nicht oder selten oder zu leise. Es kommt also auf die Balance an und auf die Authentizität: Wenn etwas so wirkt wie es eigentlich ist, dann geht das vereinfacht als "authentisch" durch. Der Prozess der Authentifikation ist jedoch komplex und ebenso schwierig wie die Balance zwischen Anpassung und Individualität.

Wieder einmal ist es nicht so leicht und wieder einmal braucht es Differenzierungsfähigkeiten - das ist das, was Populist*Innen nicht haben (wollen).

Sollte ich mit meinem Texten übrigens nicht verstanden werden, dann liegt das wohl an mangelnder Anpassungsfähigkeit und zu ausgeprägter Individualität. Hier fehlt dann die notwendige Balance, die heute jede/r meistgelesene/r Zeitschrift oder Zeitung oder Internetblog benötigt.  Viele müssen verstehen können, was läuft, auch wenn es nicht der Wahrheit oder der Wirklichkeit entspricht. Dann bleibt das Problem mit der Authentizität. Da kaum jemand im aufwändigen Prozess der Authentifikation nachweisen wird, was "wirklich" wirklich ist, kann einfach dahinbehauptet werden - egal, was die Fakten hergeben.

Am Ende leben wir in einer Scheinkultur, die in der äußeren Schale strahlt und mit sich im Reinen scheint, während es im Untergrund gärt, der Misthaufen aber im Hinterhof liegt und bestialisch stinkt.

Gibt es so etwas nicht schon irgendwo?!

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