Skeptisch und stirnrunzelnd hatten wir uns zum "öffentlichen Sehen" (public viewing) begeben. Wir wollten erleben, wie Phönix aus der Asche steigt und es den "halbbegabten" Mitfußballern heimzahlt. Denn sie hatten gefrevelt, sich gegen den einzigen und nimmer schmächtigen (früher "allmächtigen") Herrscher des Fußballhimmels erhoben, um ihn das Fürchten und Demütigsein zu lehren. Und wie es schien, war die Rechnung auch aufgegangen. Zerknittert und gefaltet präsentierte sich der deutsche Fußballgott vor dem Angesichte unerschrockener Schweden. Es war, als stünde Wallenstein mit seinen Kanonieren erneut vor der mittelalterlichen Festung, um den wahren Glauben zurückzubringen.

Doch weit gefehlt. Der einzig echte und wahrhaftige Gott trat in letzter Minute vor die erschütterte Menge, stupste den Ball in die vermeintlich beste Position und zog den goldenen Fuß über das willige Leder...mit einer Wucht und einer Präzision, die nur Göttern zueigen sein kann. Der Torwart staunte wie ein Maikäfer, die schadenfrohe Meute verstummte und das abtrünnige Göttervolk kehrte brav johlend, verzückt jauchzend und Tränenbäche verschleudernd zum alten Glauben zurück.

Seitdem betet die Nation wieder:

"Fußballgott was bist du Kroos!
Danken wollen wir dir - bloß...
...wenn du wieder Meister bist,
wär' Brasilien ange...

Und das wollen wir doch eigentlich alle nicht! Eben, dass Neymar wieder weinen müsste...oder!?

 

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