Herr Söder, der bayerische Ministerpräsident behauptet heute in der Tageszeitung, dass es in schwierigen Zeiten wichtig ist, jemanden zu haben, der führt - eben, der vorgibt zu wissen, wo es langgeht! Aha: Das wäre dann also Orientierung! Mit Hilfe meines "Führers" behalte ich die Kontrolle und verliere nicht die Orientierung, denn der kennt den Weg. Wir sind also verkappte Fährtensucher*Innen, die das Suchen verlernt haben...wenn Söder jetzt den Oberfährtensucher spielt, dann haben wir in dieser Hinsicht keine Aufgabe mehr. Oder sind wir nur bequem geworden, zu faul zum SELBSTSUCHEN? Oder sind wir nur verunsichert bezüglich des richtigen Ziels - das Herr Söder natürlich kennt!? OK: Die allgemeine Verunsicherung leistet selbsternannten "Führern" (Gauweiler, Putin, Erdogan, Trump etc.) Vorschub und bietet die Abgabe der eigenen Verantwortung an einen "Führungsfährtensucher".

Lustgewinn ist kein wirkliches Thema, denn es ist der Inbegriff des Lebens der meisten Menschen: Spass haben, lustig sein, Freude empfinden und den Orgasmus beim Vornamen nennen. Das sind die vorrangigsten Ziele sehr vieler Mitbürger*Innen. Dabei meiden wir die Frustration und die Enttäuschung wie die Pest, weil sie phylogenetisch, neurologisch und physiologisch nicht gewollt sind. Sie verursachen Seelenschmerz und Unwohlsein und gelten deshalb als absolet. Trotzdem finden sie massenhaft statt. Sie füllen unsere Tage wie Starkregen die Bäche überlaufen lässt. Es gibt eigentlich kein Entkommen. Wir benötigen deshalb ein Training in Frustrationstoleranz und in der Verarbeitung von Täuschung.

Bindungsfrei fühlen wir uns zwar frei, aber gelegentlich auch leer. Deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Beziehungen pflegen und ausbauen. Dadurch wächst das Netz des Miteinander und der unilogische Gesamtkörper wird stärker und heiler. Unser Organismus ist als homöodynamischer Komplex zu verstehen, der sich laufend seiner SELBST vergewissern muss, um die eigene Wertigkeit zu bewahren und zu schützen. Durch Feedbackmechanismen erfahren wir mehr über uns SELBST und vergewissern uns unserer SELBST, so dass wir schwungvoll die Graw'schen Konsitenzvorgaben erfüllen können.

Es gibt viele weitere Kriterien, die eine nachhaltige Konsistenz fördern und stabilisieren. Bewusstlosigkeit und Indifferenz gehören NICHT dazu. Wir brauchen für die nächste Stufe der Entwicklung des Menschen eine höhere Konzentration auf die Gemeinsamkeiten, auf das, was uns und andere verbindet. Wir benötigen einen kritischen Umgang mit Aus- und Abgrenzer*Innen (Söder und Genossen!). Und wir brauchen Mut für den Schritt ins Ungewisse, auf das Terrain, wo die Fährte aufhört und sich die Intuition mit der Weisheit verbindet, damit wir die besten Entscheidungen für ein gelingendes Leben in Lust und Liebe treffen können.

Die Konsitenztheorie liefert zwar die Grundlagen, den gelebten Inhalt müssen wir uns jedoch selbst erarbeiten. Hier kann eine Orientierungshilfe nützlich sein. Unilogische Prinzipien sind eine solche Hilfe. Sie bieten keine letzten Weisheiten, aber einen brauchbraren Rahmen für unsere eigene Fährtensuche.

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