Der Tod läst uns das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden, das Bleibende vom Vergänglichen differenzieren und er fördert die humoristische Betrachtungsweise. Insofern ist er ein bedeutsamer Hilfsgeist für das Leben. Da der Tod das Leben beendet, ist Leben wertvoll, weil begrenzt und fragil. In der Biophilie (Liebe zum Leben) eröffnet sich uns ein weites Feld sinnhafter Betätigung auf Erden. Leben äußert sich nach außen und nach innen. Seine wichtigsten Merkmale werden durch die Verbindung von Energie und Information ausgedrückt. Leben ist neugierig, sozial, sexuell, aggressiv und energiebesessen. Es ist widerstandskräftig und vermehrungsbetont. Wer diese Eigenschaften versteht, kann begreifen, weshalb die Welt so tickt wie sie tickt. Das ist die Beschreibung nach außen hin.

An dieser Stelle soll eine kurze Replik nach innen erfolgen. Wir blicken von Natur aus viel leichter nach außen. Die Welt in unserem Inneren ist uns meist nicht geläufig. Sie ist jedoch mindestens ebenso geräumig wie die äußere und bietet interessante Einsichten für die Suche nach dem besten Weg. Im Inneren zeigen sich bereits auf den ersten Blick Körperfunktionen wie der Herzschlag (der Puls) und die Atmung. Wir atmen ein und aus. Meistens atmen wir zu schnell und wenig effizient. Das liegt häufig am der mangelnden Introspektionsfähigkeit - der Fähigkeit sich mit seinem Inneren zu beschäftigen. Über die Atmung erhalten wir einen ersten Zugang zu den Tiefen unseres SELBST. Meditative Versenkung ermöglicht die Wahrnehmung emotionaler Gestimmtheit. Die mehr oder minder bewussten Wissensschätze des Intuitiven sind nicht allen Menschen zugänglich. Zu oberflächlich rasen sie durch den Terminkalender. Im Innehalten und in der Ruhe beginnen sich die Weiten des Inneren zu öffnen. In der tiefen Versenkung erhalten wir neue Einsichten und entwickeln neue Ideen für die Forsetzung unserer Wege. Je weiter wir vordringen, umso frappierender die Erkenntnisse. Am Ende bleibt das EINE. Wir verschmelzen mit allem zu EINEM und sind ganz bei uns, indem wir uns vollkommen annehmen. Keine Schuld, keine Scham, keine Problematisiererei kann die tiefere Einsicht aufhalten. Wir sind, was wir uns schaffen, und wir leiden, solange wir um Anerkennung kämpfen müssen. Erst, wenn die letzte Schlacht geschlagen, wenn das letzte Blut vergossen und wenn der allerletzte Widerstand gebrochen ist, werden wir uns mit uns SELBST versöhnen können. Mit dem tiefsten, harmonischen ALLEINEN, das uns geboren hat und das uns wieder nimmt.

Als singuläre Essenz sind wir. Als Lebewesen funktionieren wir und müssen mit Energie haushalten. Im kosmischen Ganzen sind wir nicht einmal Staub. Sind weder Schöpfer noch bewusst Erschaffenes. Eher als Fälle, die der Zufall liebt, dürfen wir uns begreifen. Und doch gibt es den Blick durch alles Denken in die Zeitlosigkeit und das umfassende Ergriffensein. In ihm liegt das Geheimnis unseres Seins. Deshalb ist der Blick nach Innen so hilfreich und bedeutsam.

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