Bereits im Jahre 2015 wies die Rockerfeller Foundation-Lacet  Commission auf die Bedeutung des planetaren Gesundheitsgedankens hin: "Planetary Health befasst sich mit den Zusammenhängen zwischen der menschlichen Gesundheit und den politischen, ökonomischen und sozialen Systemen, sowie den natürlichen Systemen unseres Planeten, von denen die Existenz der menschlichen Zivilisation abhängt."(Whitmee S, Haines A, Beyrer C, et al.: The Rockefeller Foundation–Lancet Commission on planetary health: Safeguarding human health in the Anthropocene epoch: report of The Rockefeller Foundation–Lancet Commission on planetary health. The Lancet 386: 1973–2028 (2015). Es wurde sogar eine eigene Fachzeitschrift gegründet. Der Planet Erde befindet sich aktuell in einem sehr bedenklichen Gesundheitszustand:

"Mittlerweile gehen auf dem Planeten jedes Jahr ca. 15 Milliarden Bäume verloren, die Landwirtschaft nimmt 35 Prozent der eisfreien Landfläche und die Hälfte des verfügbaren Süßwassers in Anspruch (bei massivem Verbrauch von Kunstdünger und Pestiziden), die Ozeane sind voller Plastikmüll und 90 Prozent aller Fischgründe werden maximal ausgebeutet oder sind bereits überfischt. Die CO2-Konzentration der Atmosphäre ist von 280 ppm in vorindustrieller Zeit auf heute über 400 ppm angestiegen, höher als seit mindestens 800 000 Jahren, und damit höher als dies je ein Homo sapiens oder Neandertaler erlebt hat."

Der nicht mehr zu leugnende Klimawandel führt zu weitreichenden Veränderungen im Bereich globaler Gesundheit. Zoonosen werden sich in den kommenden Jahren zunehmen. Die Wirksamkeit von Antibiotica hingegen wird aufgrund der sich verschärfenden Resistenzenlage abnehmen. War bisher eine Stabilisierung der globalen Gesundheitssituation (Hunger, Lebenalter, Krankheiten etc.) erreicht worden, so wir sich dieser Trend in den kommenden Jahren wieder umkehren. Dabei handelt es sich nicht um eine narzistische Schwarzmalerei, sondern um die zwangsläufige Entwicklung, die ein Planet nehmen muss, wenn ihm die Haare geschnitten werden. Denn genau das geschieht aktuell. Riesige Waldareale werden gerodet und riesige Eisflächen verändern ihre Kinetik, so dass das Klima in den kommenden Jahren massive Veränderungen präsentieren wird. Die Vorboten sind bereits seit Jahrzehnten spürbar. Bereits in den 70ger Jahren hat der Club of Rome auf die Problematik hingewiesen. Erst jetzt spüren wir, was gemeint war. Vorsichtige Verbesserungen haben das kapitalzentrierte System nicht grundlegend verbessert. Solange Kleingeister die Regierungsverantwortung bekommen, die keinen Blick für planetare Dimensionen entwickeln können, und solange Banken und Wirtschaftsbosse das Sagen haben, solange wird dieser Planet bluten und am Ende vielleicht rot werden (einen gibt es bereits, den Mars!). Wer künftig mit viel Geld und Technik ausgestattet auf einem roten Planeten leben möchte, der/die darf ungeniert die Kleingeisterei der Heimatverbundenen und Volksgenossen unterstützen, die nichts anderes im Kopf haben als ihre kleinen Vorgärten durch häufiges Schneiden zu pflegen. Wer jedoch den notwendigen Wandel begriffen hat, der/die muss jetzt darauf drängen, dass wir grüner werden, dass wir ökologischer agieren, dasss wir planetar denken und gemeinsam für ALLE, für die gesamte Erde Konzepte entwickeln müssen, die die Wälder schonen, die die Ressourcen intelligenter verwendern, die Kreisläufe, statt rigides Wachstum installieren und die eine Weltgemeinschaft formen, die sich gegen längst planetar agierende Bakterien und Viren wieder ernsthaft verteidigen kann.

Wir brauchen die nächste Entwicklungsstufe humaner Geistigkeit. Eine Stufe hin zu einem planetaren Geist, der uns verbindet und eint, der uns stark macht gegen die weltweiten Herausforderungen, denen wir alle unterliegen.

 

 

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