In dem Maße, in dem die CDU langsam aussterben wird - übrigens ebenso wie die klassischen christlichen Kirchen in Deutschland - in dem gleichen Maße wird die nachrückende Jungwählerschaft sich nach den Essentials erkundigen und feststellen, dass es nur einen Planeten A gibt und keinen weiteren Planeten B, der eine Auswanderungsalternative anbieten könnte.

Die bisher regierenden Parteien werden also in den kommenden Jahren folgerichtig das Klimaproblem beackern, allerdings dabei feststellen müssen, dass das Original bereits Vertrauen erworben hat und in der Gunst der Wähler*Innen vorne liegt - und das ist nun einmal gnadenlos GRÜN. Leider folgen einer Wahl weitere Wahlen, so dass die wirkliche Wirklichkeit von Wähler*Innen nicht erkannt werden wird. Nach dem grandiosen Wahlsieg der Grünen im Mai 2019 gehen jetzt viele davon aus, dass auch grüne Politik die Folge sein wird. Dem ist aber mitnichten so, denn Grüne sind in den wenigsten Fällen ans Ruder gekommen. Sie haben zwar ihre Sitzzahlen in den meisten Kommunen erhöhen können, befinden sich aber keineswegs im Genuss einer komfortablen Durchregierungsmehrheit, so dass zwar der Widerstand gegen den Widerstand der Konservativen zur dringend notwendigen ökologischen Veränderung steigen wird, aber nicht ausreichend sein wird, um die Wende wirksam herbeiführen zu können.

Deshalb braucht es jetzt kluge Entscheidungen seitens der grünen Spitzenpolitiker*Innen, um nicht bei der nächten Wahl wieder abgestraft zu werden für angebliches Nichtstun. Das Nichtstun ist in der Vergangenheit die hervorleuchtendste Eigenschaft der Konservativen (lat. conservare= bewahren, erhalten) gewesen. Die dagegen progressiv anmutende SPD hat jedoch als Koalitionspartner meistens die Zeche eben für diese zähe Arbeitsverweigerung des/r alternden Partners/in bezahlen müssen. Wenn sich die Grünen also in den kommenden Jahren auf Gemeinschaften mit CDU oder CSU einlassen werden, dann sollten sie zuvor einen Blick nach Baden-Württemberg werfen. Hier hat Ministerpräsident Kretschmann nur überleben können, indem er die konservative Alllüre (zumindest teilweise) übernommen hat. Als wirklich grüner und progressiver Ministerpräsident hätte er im "Ländle" keine Chance gehabt.

Deshalb die Warnung an alle, die eine grüne Zukunft wünschen. Das Volk als Meinungsgeber ist nicht der beste Parameter für ein globales Überleben. Vielmehr heißt es schlau sein und sich bewusst werden, dass die kommenden Misserfolge, die Konsequenzen einer manifesten schwarzen Politik sein werden, die den jeweiligen Koalitionspartnern in die Schuhe geschoben werden wird. Eine Koalition mit Schwarzen ist deshalb vor der Wahl wie ein sicheres Bemühen um Macht mit der Gewissheit, danach vom Wahlvolk für "zu wenig Grün" abgestraft zu werden.

Schon allein deshalb ist es notwendig, die Konservativen den Karren richtig in den Dreck fahren zu lassen, um dann - z.B. bei der übernächsten Wahl - endlich einmal die grünen Mehrheiten zu bekommen, die eine vernünftige grüne Politik erst möglich machen. Dann allerdings gibt es keine Ausreden mehr. Dann spätestens muss geliefert werden. Aber darauf warten wir doch schon so lange!

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