Wir benötigen dringend eine NEUE ETHIK (natürlich aufbauend auf einer unilogischen Basis). Wir brauchen mehr MITEINANDER und KEIN GEGENEINANDER. Wir müssen endlich begreifen, dass die menschliche Spezies ein großes Organ auf diesem Planeten ist. Damit ist die gesamte Menschengemeinschaft gemeingt - es gibt keine Ausschlüsse!

Ein schönes Experiment mit einer einzelligen Pflanze mag das veranschaulichen: Physarum polycephalum 

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In Anlehnung an diese einzellige Myxomyzete drehte Pramount Pictures 1958 einen Science-Fiction-Horror-Film: The Blob. Ein außerirdisches Amöbenwesen im Inneren eines Meteoriten stürzt aus dem Weltall auf die Erde. Es verschlingt die Bürger in den kleinen Gemeinden Phoenixville und Downingtown, wobei es wächst und immer aggressiver wird. Schließlich erreicht es die Größe eines Gebäudes. Die Protagonisten des Filmes erkennen, dass das Ungeheuer auf Kohlendioxyd aversiv reagiert und es gelingt das Biest kältezuschocken und in die Arktis zu transferieren. Dort ist die Menschheit vor ihm sicher, solange das Eis hält. Der Film endet mit einem Fragezeichen und erlangt jetzt erneut Aktualität, indem er uns auf den Schleimpilz aufmerksam macht, der intelligenter scheint als wir vermuten.

Der Protist Physarum polycephalum findet die besten Wege, um sich zu ernähren. Er wächst schnell und breitet sich auf der ganzen Erde entsprechend den unterschiedlichen Gegebenheiten aus. Er schließt sich mit seinesgleichen zusammen und kann zwei Jahre ohne Wasser überstehen. Das jedoch benötigt er ebenso existenziell wie der Vielzeller Mensch.

Wir können an diesem scheinbar primitiven Lebewesen mehrere Dinge erkennen und lernen:

  1. Alle Waffen, die wir benötigen, haben wir bereits an Bord (in unserem Körper und in der Natur). Es gilt sie auszubauen und sich nicht selbst damit zu vernichten.
  2. Überleben gelingt nur in der Gemeinschaft aller. Wer andere ausschließt, hängt sich selbst ab.
  3. Die Unterschiede zwischen unten und oben, arm und reich gibt es bei den Protisten nicht. Alles was integrierbar ist, wird integriert.
  4. Die Wachstumsgeschwindigkeit ist stetig, aber nachvollziehbar relativ langsam. Ein zu großes Wachstum ist nicht natürlich.
  5. Der Protist frisst nicht alles, gewöhnt sich aber an ein verändertes Nahrungsmittelangebot und gibt neue Erkenntnisse an andere weiter: Soziale Adaptation
  6. Anfeindung und widrigen Bedingungen begegnet Physarum mit großer Gelassenheit. Extreme Reaktionen sind ihm ebenso fremd wie Resignation. Der gesunde Mittelweg, der sich vor Extremen hütet und die Sicherheit der Gemeinschaftim Sinn hat, ist eine unserer wichtigsten Maximen!
  7. Versuch und Irrtum sind unsere Begleiter. In der nachhaltigen Korrektur liegt der Fortschritt

Wer noch immer glaubt, dass der Mensch die Krone der Schöpfung ist, sollte bedenken, dass WIR MENSCHEN Gemeinschaftswesen sind, die sich auf die natürlichste Art und Weise optimal organisieren können. Doch dazu bedarf es des naturnahesten Weges. Nachdem wir die Natur betimmen, ist es schwierig geworden "Naturnähe" zu definieren. Die Tatsache des Überlebens ist jedoch Merkmal genug, um die beste Naturnähe zu kennzeichnen. Indem wir uns mit inadäquatem Handeln dem Untergang aussetzen - zugunsten einiger weniger Nutznießer - verlieren wir die Nähe zu unserer eigentlichen Natur, die gemeinschaftliches Überleben im Plan hat.

Deshalb ist es in Zukunft wichtig, die Egomanen auszubremsen, zur gemeinschaftlichen Respektanz zu finden und die Verteilung der Güter gleichmäßig zu organisieren. Das wird die wichtigste und bedeutsamste Aufghabe der nächsten Jahre sein. Wir müssen die Flüchtlingsströme unter Kontrolle bekommen und die föderal demokratischen Systeme stärken, denn die sind die flexibelsten und zukunftsträchtigsten. Wir müssen das Klima stabilisieren durch eine fulminante Ökowende und die kleineren Einheiten des Systems genauso ernst nehmen wie die großen (der kleine Bauer ist nicht unwichtiger als das Volkswagenwerk und die endlos schuftende Intensivpflegerin darf nicht weniger verdienen als ein großmäuliger Manager). Das ist kein Kommunismus, das ist die intelligente Anpassung an die notwendige Wirklichkeit aus der Erkenntnis des Erfahrbaren heraus. Wir müssen uns evidenzbasiert weiterentwickeln und die Wahrscheinlichkeiten des Eintretens von Dingen ernster nehmen, vor allem wenn sie bereits eingetreten sind und dabei nicht den mittleren Weg verlieren. Es sterben jährlich 1,3 Mio. Menschen an Tuberkulose und ebensoviele an Grippe, es sterben jährlich jeweils 500.000 Menschen an Malaria und Bilharziose und immer noch 770.000 an HIV. Wer bitteschön hat sich in den letzten Jahren darüber aufgeregt?

Wir müssen die Scheinheiligkeit in der Aufregung über Corona überwinden und einfach jetzt Zuhause bleiben, um die Krankenhäuser nicht zu überfodern. Aber wir müssen auch erkennen, dass wir den vielen Vergessenen, den 900.00 in Zelten vegetierenden Rohingya in Bangladesh, den 200.000 Somaliern in Kenia und den Tausenden Syrern auf den griechischen Inseln unrecht getan haben. Es bedarf einer Neubesinnung auf das Überlebensdienliche, nicht nur für uns Europäer, sondern für uns alle, die wir als Gemeinschaft eine Chance haben. Als EinzelkämpferInnen blicken wir dem Blob ins Maul!

 

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