Damit wir Menschen uns nicht endlos bekriegen, benötigen wir Regeln. Wir einigen uns auf Ideen, die für alle lebbar erscheinen.

Deshalb postuliert Unilogon sieben Prinzipien, die für alle Menschen gelten können (s.u.).

Das Unilogon geht davon aus, dass alles aus einem kommt und in eines zurückkehren kann. Manche halten Gott für das Unilogon.

Der Unterschied zwischen Gott und den Unilogon ist marginal. Gott ist das personifizierte Unilogon. Allerdings nimmt das Unilogon die einem Gott attribuierten Werte nicht in Anspruch. Zum Beispiel benötigt das Unilogon keine Macht, möchte nicht herrschen und übt keine Gewalt aus. Es herrscht jedoch durch seine Präsenz. Im Sosein hat es einen machtvollen Einfluss auf unsere Gegenwart. Die alltäglichen Wirklichkeit präsentiert uns die unilogischen Gesetze.

Wir sind darauf ausgerichtet in Gemeinschaft zu leben. Dies geschieht am besten in Gleichheit und Würde, und in gegenseitigem Respekt. Wer in Liebe und annehmender Hingabe das Miteinander betont, und wer sich seiner Verantwortung gegenüber dem Leben bewusst ist, der rettet sich selbst im Prinzip der Biophilie.

Die Biophilie ist ein bedeutsames unilogisches Prinzip. Das Albert Schweitzer ursprünglich als "Ehrfurcht vor dem Leben" bezeichnete, und was Erich Fromm in den psychologisch philosophischen Sprachgebrauch einführte, das ist dazu angetan Leben in all seiner Vielfalt zu erhalten und zu fördern.

Wer mit dem ersten und/oder dem letzten unilogischen Prinzip nichts anzufangen weiß, der/die kann es/sie einfach weglassen. Die übrigen Prinzipien gelten unabhängig davon.

 

Die sieben unilogischen Prinzipien:

 

  1. Alles kommt aus EINEM und alles geht in Eines ein (Prinzip des ALLEINEN).

 

  1. Alles ist UNILOGISCH DURCHWIRKT (Prinzip der GLEICHHEIT und WÜRDE).

 

  1. Wir sollen GEMEINSAM und dies im besten Ansinnen (Prinzip der LIEBE und der ANNEHMENDEN HINGABE).

 

  1. Trotzdem gibt es gleichermaßen TÄTER und OPFER. GUT und BÖSE sind präsent, aber nicht gleichwertig (Prinzip der INTEGRATION und der ENTROPIE).

 

  1. Zweifel ist der Motor für VERBESSERUNG (Prinzip der INTERROGATIVEN PROGRESSION).

 

  1. Wir stehen in der VERANTWORTUNG Leben zuzulassen und zu fördern (Prinzip des RESPONSABLEN WACHSTUMS und der BIOPHILIE).

 

  1. Am Ende wird alles GUT (Prinzip der OPTIMISTISCHEN ERFÜLLUNG).

Kurze Erläuterungen zu den Prinzipien

ad 1.      Alles kommt aus EINEM und alles geht in Eines ein (Prinzip des ALLEINEN).
Die Vorstellung des Alleinen ist viele hundert Jahre alt. In vielen überlieferten Schriften (z.B. Bibel, Daodejing, Koran, Thora und Veda) wird von einer einzigen Kraft gesprochen, die hinter allem stehe und aus der heraus sich alles entwickle und in die alles wieder zurückstrebe. Wir wissen nicht woher wir in dieses Leben geboren wurden und auch nicht wohin wir aus diesem Leben sterben werden. Das Prinzip des Alleinen kann uns ermutigen zu leben, suchend und findend, glücklich und leidend, liebend und hoffend. Wir kommen aus der Bewusstlosigkeit und kehren in die Bewusstlosigkeit zurück. Dazwischen sollen wir kraftvoll und sinnhaft leben.

ad 2.    Alles ist UNILOGISCH DURCHWIRKT (Prinzip der GLEICHHEIT und WÜRDE).
Allem Lebenden wohnt eine Würde inne. Diese Würde ist bei allen gleich schützenswert, obwohl sie so unterschiedlich ist, wie alles Lebende verschieden ist. Deshalb ist Gleiches gleich und Ungleiches ungleich zu behandeln. Das Bewusstsein der unilogischen Durchwirktheit hilft uns sowohl diese Unterschiede wahrzunehmen als auch den gleichen Wert alles Lebenden zu erkennen und dessen Würde zu schützen. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ gilt als wichtigster Artikel der UN-Menschenrechts-konvention.

ad 3     Wir sollen GEMEINSAM und im besten Ansinnen leben (Prinzip der LIEBE und der WERTSCHÄTZUNG).
Wir Menschen sind auf gelingende Beziehungen ausgerichtet. Liebe und Wertschätzung, soziale und ökologische Verantwortung für uns selbst, alle Mitlebewesen und unsere Umwelt sind Sinngeber unserer Existenz. Durch annehmende Hingabe und Wertschätzung gewinnen alle mehr Lebensqualität. Gleichzeitig machen wir uns auf den Weg, um uns vom rein materiellen Gewinnstreben, von Missgunst und von Neid zu befreien: Geben ist wichtiger als Nehmen, das Opfern wiegt mehr als das Gewinnen. „Diese Liebe hört niemals auf“.

ad 4.      Trotzdem gibt es gleichermaßen TÄTER und OPFER. GUT und BÖSE sind präsent, aber nicht gleichwertig (Prinzip der INTEGRATION und der ENTROPIE).
Das Gute kann mit Aufbau, Synthese, Verbindung und Erneuerung oder Integration beschrieben werden; das Böse mit ungeordnetem Chaos, Zerfall und Desintegration oder einer Vermehrung der Entropie. Wir alle folgen dem Guten und dem Bösen, und wir bewegen uns ständig zwischen diesen beiden Polen, die nicht gleichwertig sind. Das Streben nach dem Guten sollte überwiegen. Es erfordert Achtsamkeit, Gelassenheit und laufende Reflexion unserer Gedanken und Handlungen. Das Ergebnis selbst ist nicht entscheidend, allein das positive Wollen und sein Weg sind das Ziel.

ad 5.    Zweifel ist der Motor für VERBESSERUNG (Prinzip der INTERROGATIVEN PROGRESSION).
Wer nicht mehr zweifelt, der gilt als angekommen. Das Leben jedoch hält viele Fragen bereit mit Antworten, die den Zweifel fordern. Im Zweifeln finden wir bessere Antworten und stellen neue Fragen. Indem wir als sicher erachtete Glaubenssätze in Frage stellen und uns von vertrauten Erkenntnissen und Konstruktionen lösen, kann uns die Maximierung des Guten gelingen. In der Bearbeitung unserer Zweifel gewinnen wir neue Gewissheiten und lassen neue Zweifel wachsen. Wir erlangen dadurch eine gesteigerte Achtsamkeit und Wahrnehmung. Im Zweifel liegt die Unsicherheit dieser Dimension Welt. Wir geben ihm uns hin und erlangen neue Gewissheit, um erneut im Zweifel zu reifen.

ad 6.    Wir stehen in der VERANTWORTUNG Leben zuzulassen und zu fördern (Prinzip des RESPONSABLEN WACHSTUMS und der BIOPHILIE).
Das Prinzip der Verantwortung löst das Prinzip moralisierender Schuld ab, indem wir Antworten geben auf Fragen, die wir wirklich beantworten können. Nicht allein ein bestimmter Verhaltenskodex entscheidet über Schuld und Sühne, sondern die Übernahme der Verantwortung für Dinge, zu denen wir uns durch direktes Betroffensein äußern können. Wer keine Antwort geben kann, der kann auch keine Verantwortung übernehmen. Die integrale Verantwortung für uns selbst, unsere Mitmenschen und unsere Umwelt beinhaltet die Achtung und Wertschätzung alles Lebenden (Biophilie). Wir bemühen uns in liebender Hingabe zu denken und zu handeln. Das ermöglicht Wachstum in freundschaftlicher Zuwendung und in Liebe.

ad 7.    Am Ende wird alles GUT (Prinzip der OPTIMISTISCHEN ERFÜLLUNG).
Mit einer optimistischen Grundhaltung warten wir nicht darauf, dass irgendwann irgendwo alles besser wird, sondern wir arbeiten daran im hier und jetzt das Gute zu erkennen und es mit allen unseren individuellen Möglichkeiten zu fördern. Noch in der dunkelsten Stunde hoffen wir auf die Erfüllung unserer Vision des Guten, selbst wenn der Weg dahin nur mit kleinen Schritten erreicht werden kann. Wenn wir unilogisch leben und handeln erwarten wir eine Welt des Leides und des Elends, des Zweifels und der Niedertracht, der Verzweiflung und der Ohnmacht, aber auch immer der Freude und der Zufriedenheit, der Liebe und der Hoffnung auf Veränderung in dieser oder in einer weiteren Dimension.

 

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