Gut und Böse - ganz einfach!

Wer entscheidet, was Gut und was Böse ist? Wer hilft mir positive Handlungen von negativen zu unterscheiden? Gibt es Kriterien, die uns helfen die Spreu vom Weizen zu trennen? Braucht es einen Moral-Katalog - wie z.B. die zehn Gebote?


Vorweg: Im unilogischen Sinn ist jeder Mensch, jedes Lebenwesen sowohl gut als auch böse, sowohl positiv agierend als auch negativ.


Der gute Mensch ist ein Märchen. Wir sind immer Opfer und auch Täter.


Das grundsätzliche unilogische Konzept von Gut und Böse läßt sich bildhaft als Zone zwischen zwei Polen charakterisieren. Diese beiden Pole sind nicht die Wahrheit und das letzte Bild der Wirklichkeit schlechthin. Sie dienen uns hier (aus Erden) nur, um Rahmen in einer scheinbar zweiwertigen Welt abzustecken:

  1. Der Pol des Guten (versinnbildlicht als Himmel)
  2. Der Pol des Bösen (versinnbildlicht als Hölle)

Im Prinzip ist nichts auf dieser Erde absolut. In Wirklichkeit gibt es fließende Übergänge und nicht alles, was Gut ist, hat auch nur gute Grundlagen oder entstand auf dem Nährboden des Guten.

Opfer und Täter sind wir immer
Das Unilogon definiert das "Gute" als Zustand der Unversehrtheit und Ganzheit: Integrität. Indem etwas aus anderen Molekülen entsteht, erhält es einen neuen Zustand der Integrität. Die Arbeiten der Synthese, der Konstruktion und der Neuordnung in einem höheren Sinne sind alles Verfahren des "Guten".

Während die Desintegration, die Analyse und damit die Zerstörung von höher Integriertem als "böse" definiert werden.

Wir handeln deshalb immer gut und böse. Wir sind immer Opfer und Täter. Indem wir Dinge zerlegen oder vernichten und damit desintegrieren handeln wir "böse". Wir vermehren damit die kosmische Entropie, den Zustand der ungeordneten Energie, der Unordnung allgemein oder eben des "Chaos".

Wer also eine Gurke isst, der handelt im unilogischen Sinne böse, da er die Gurke dem Zustand der Entropie (Disintegration= Vermehrung der Unordnung) näher bringt.
Das wird noch deutlicher, wenn wir es am Beispiel des Vegetarismus und des Fleischkonsums erläutern. Der Fleischesser muss zuvor das Leben des Tieres auslöschen - das Tier also töten -, damit er sein Fleisch "genießen" kann. Ebenso wie der Gurkenesser zerstört er das zuvor Hochintegrierte: Der eine das Tier, der andere die Pflanze. Hier ist aus unilogischer Sicht kein direkter Vorteil für den Pflanzenesser zu erkennen. Die Tatsache, dass das Tier eine höher integrierte Form darstellt,  ist dabei sekundär. Beide Handlungen müssen aus unilogischer Sicht als "böse" per se eingeordnet werden.

In der Vermehrung der Entropie* folgen wir den beiden Hauptsätzen der Thermodynamik. Der Begriff der Entropie ist komplizierter und erst seit 1999 wirklich mathematisch klarer definiert. Wir verwenden hier nur die singemäße Funktionalität: Wir vermehren die Unordnung und erreichen damit einen sehr wahrscheinlichen Zustand, den wir hier - nicht moralisch wertend - als "böse" bezeichnen.

Wer ein schönes Stück Papier mit guten Worten beschreibt, der schafft primär etwas "Gutes". Die Herstellung des Papieres wurde aber mit dem Fällen eines Baumes erkauft. Die Desintegration des Holzes war der Preis für die Herstellung des Papiers. Hier war also eine "böse Handlung" die Voraussetzung für die Schaffung einer neuen "guten Entität".

Indem wir uns gegen diesen Zustand des "Bösen" wehren und Ordnung aufbauen und integrativ tätig werden, vermehren wir das "Gute". Aufbau und Integration, die Verbindung von bisher Unverbundenem, die Schaffung neuer Einheit, all das bedeutet Aufhebung des Zustandes des Ausgeschlossenseins und des Getrenntseins.

Indem wir gemeinsam wirken, zusammenbringen und zusammenwachsen lassen, was zusammen gehören möchte, setzen wir den unilogischen Prozess der Evolution fort. Dieser Integrationsprozess ist kein Prozess der völligen Anpassung (Assimilation), sondern eine Vereinigung derer, die sich finden und gemeinsam das "Gute" fördern möchten.

Im Aufbau und in der Ausprägung gemeinsamer Merkmale übertrifft die menschliche Integration den Prozess der Desintegration. Deshalb ist das "Gute und Positive" dem "Negativen und Bösen" insgesamt überlegen.

Es muss der Menschheit gelingen den Prozess der Integration weltweit umzusetzen, damit das unilogische Ziel dieser Dimension Erde erreicht werden kann.

Wenn bisher eine Moral mit zehn Gebote dazu in der Lage war unseren Alltag mitzubestimmen, dann ist eine weltweit gültige Ethik mit sieben Geboten künftig vielleicht geeigneter unsere Geschicke zum Besseren zu lenken.

Die Abschaffung der zehn Gebote ist dabei kein unilogisches Credo. Sie ergibt sich vielmehr aus der Tatsache, dass ein Oldtimer den Bedürfnissen einer weltumspannenden Gemeinschaft nicht mehr gerecht werden kann.

Niemand würde auf die Idee kommen mit einer 100 Jahre alten Wagenkolonne die mondiale Logistik der Gegenwart meistern zu wollen. Das wäre zum Scheitern verurteilt. Deshalb sind auch die zehn Gebote nicht mehr geeignet, die Weltgemeinschaft mit der besten Handlungsanweisung zu versorgen. Sie sind zu begrenzt und nicht für alle Weltenbürger gleichermaßen lebbar.

Nochmals zusammengefasst bedeutet dies:

Der Unilogiker glaubt natürlich nicht an die Hölle, aber er glaubt daran, dass Menschen zu Tätern schlimmsten Ausmaßes werden können (sie bringen dann die Hölle auf Erden). Er strebt immer nach positivem Ausgleich für das, was er an negativen Handlungen vollzogen hat.

Er benötigt deshalb keine zehn Gebote mehr. Sie sind nicht mehr zeitgemäß und und bilden die Wirklichkeit nicht optimal ab. Sieben Unilogische Prinzipien sind völlig ausreichend, um eine positive Lebensführung praktizieren zu können.

 

* Entropie ist eine Größe, die die adiabatische Erreichbarkeit von Gleichgewichtszuständen thermodynamischer Systeme beschreibt. Ist die Entropie S1 eines Zustandes 1 kleiner als die Entropie S2 eines Zustandes 2, so ist der Zustand 2 ausgehend vom Zustand 1 adiabatisch erreichbar, während der Zustand 1 ausgehend vom Zustand 2 nicht adiabatisch erreichbar ist. (aus  Was ist Entropie? Eine Antwort für Unzufriedene
 
André Thess
Fakultät für Maschinenbau  
Technische Universität Ilmenau
Postfach 100565
98684 Ilmenau)

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