Prinzip IV: Gut und Böse

Vergessen Sie bitte kurz, was Sie bisher als "Gut" und als "Böse" kennengelernt haben. Das Unilogon definiert in einem erweiterten Sinne und löst sich von den gängigen Moral-Vorstellungen. War bisher ein meist religiöser Kodex (10 Gebote) verantwortlich für das Wohlverhalten, so finden sich in der Neuzeit mehr und mehr ethische Prämissen, die das positive Verhalten von Menschen steuern sollen. Im vierten unilogischen Prinzip ist eine solche ethische Grundprämisse verankert. Sie richtet sich nicht mehr nach den traditionellen Werten, sondern geht von physikalischen Gegebenheiten (Integration-Entropie) aus, die den Unterschied von Gut und Böse objektivieren helfen: Vergleichbar einer Kuckucksuhr (traditionelle Werte) mit einer Atomuhr (unilogisches Prinzip).

Bereits im chinesischen Konfuzianismus würde das Zeichen des Yin und des Yang für die beiden Pole des Gegensätzlichen verwandt ☯.

Dieses Zeichen ist über die Jahrhunderte vielfach verändert worden und hat in der unilogischen Zeichenwelt einen Überhang im Bereich des Positiven, um zusätzlich augenfällig werden zu lassen, dass am Ende das Positive überwiegen sollte.

Unsere erlernten Vorstellungen von Gut und Böse unterliegen vielen subjektiven Vorannahmen. Ein Kind das lügt, ist böse - dabei kennen kleine Kinder noch kein Gut-Böse-Konzept. Ein Mensch der stielt ist böse, weil er Eigentum entwendet. Was aber, wenn es es aus der Not tut? Jemand, der mordet ist ein schwer zu betrafender Täter. Was aber, wenn eine jahrelange psychische Qual vorausging? Die neuen unilogischen Definitionen verändern das bisherige Bild nur unwesentlich, sie neuralisieren aber die Zusatzwertungen, die zu Verachtung und Geringschätzung des Täterhaften führen.

Trotzdem benötigen wir eine BILDHAFTE Idee von Gut und Böse, um uns darüber besser austauschen zu können. Wir benutzen dafür die tradierten und allen bekannten Pole.

  1. Der Pol des Guten (versinnbildlicht als Yin oder Himmel)
  2. Der Pol des Bösen (versinnbildlicht als Yang oder Hölle)

Was bisher als Böse galt und mit der Hölle in Verbindung gebracht wurde, wird jetzt zur ENTROPIE (Desintergation).

Was bisher als Gut galt und mit dem Himmel versinnbildlicht wurde, gerät jetzt zur INTEGRATION.

Opfer und Täter sind wir immer

Im Prinzip ist nichts auf dieser Erde absolut. Wir erleben fließende Übergänge und nicht alles, was Gut ist, hat auch nur gute Grundlagen oder entstand auf dem Nährboden des Guten: Ein wohl gemeinter Rat kann plötzlich zu einer aggressiven Handlung führen. Eine Liebesbeziehung verletzt eine alte Freundschaft.


Das Unilogon definiert das "Gute" als Zustand der Unversehrtheit und Ganzheit: Integrität. Indem etwas aus anderen Molekülen entsteht, erhält es einen neuen Zustand der Integrität. Die Arbeiten der Synthese, der Konstruktion und der Neuordnung in einem höheren Sinne sind alles Verfahren des "Guten".

Während die Desintegration, die Analyse und damit die Zerstörung von höher Integriertem als "böse" definiert werden.

Wir handeln deshalb immer gut und böse. Wir sind immer Opfer und Täter. Indem wir Dinge zerlegen oder vernichten und damit desintegrieren handeln wir "böse". Wir vermehren damit die kosmische Entropie, den Zustand der ungeordneten Energie, der Unordnung allgemein oder eben des "Chaos".

Wer also eine Gurke isst, der handelt im unilogischen Sinne böse, da er die Gurke dem Zustand der Entropie (Disintegration= Vermehrung der Unordnung) näher bringt.
Das wird noch deutlicher, wenn wir es am Beispiel des Vegetarismus und des Fleischkonsums erläutern. Der Fleischesser muss zuvor das Leben des Tieres auslöschen - das Tier also töten -, damit er sein Fleisch "genießen" kann. Ebenso wie der Gurkenesser zerstört er das zuvor Hochintegrierte: Der eine das Tier, der andere die Pflanze. Hier ist aus unilogischer Sicht kein direkter Vorteil für den Pflanzenesser zu erkennen. Die Tatsache, dass das Tier eine höher integrierte Form darstellt,  ist dabei sekundär. Beide Handlungen müssen aus unilogischer Sicht als "böse" per se eingeordnet werden.

In der Vermehrung der Entropie* folgen wir den beiden Hauptsätzen der Thermodynamik. Der Begriff der Entropie ist komplizierter und erst seit 1999 wirklich mathematisch klarer definiert. Wir verwenden hier nur die singemäße Funktionalität: Wir vermehren die Unordnung und erreichen damit einen sehr wahrscheinlichen Zustand, den wir hier - nicht moralisch wertend - als "böse" bezeichnen.

Wer ein schönes Stück Papier mit guten Worten beschreibt, der schafft primär etwas "Gutes". Die Herstellung des Papieres wurde aber mit dem Fällen eines Baumes erkauft. Die Desintegration des Holzes war der Preis für die Herstellung des Papiers. Hier war also eine "böse Handlung" die Voraussetzung für die Schaffung einer neuen "guten Entität".

Indem wir uns gegen diesen Zustand des "Bösen" wehren und Ordnung aufbauen und integrativ tätig werden, vermehren wir das "Gute". Aufbau und Integration, die Verbindung von bisher Unverbundenem, die Schaffung neuer Einheit, all das bedeutet Aufhebung des Zustandes des Ausgeschlossenseins und des Getrenntseins.

Indem wir gemeinsam wirken, zusammenbringen und zusammenwachsen lassen, was zusammen gehören möchte, setzen wir den unilogischen Prozess der Evolution fort. Dieser Integrationsprozess ist kein Prozess der völligen Anpassung (Assimilation), sondern eine Vereinigung derer, die sich finden und gemeinsam das "Gute" fördern möchten.

Im Aufbau und in der Ausprägung gemeinsamer Merkmale übertrifft die menschliche Integration den Prozess der Desintegration. Deshalb ist das "Gute und Positive" dem "Negativen und Bösen" insgesamt überlegen.

Es muss der Menschheit gelingen den Prozess der Integration weltweit umzusetzen, damit das unilogische Ziel dieser Dimension Erde erreicht werden kann.

 

* Entropie ist eine Größe, die die adiabatische Erreichbarkeit von Gleichgewichtszuständen thermodynamischer Systeme beschreibt. Ist die Entropie S1 eines Zustandes 1 kleiner als die Entropie S2 eines Zustandes 2, so ist der Zustand 2 ausgehend vom Zustand 1 adiabatisch erreichbar, während der Zustand 1 ausgehend vom Zustand 2 nicht adiabatisch erreichbar ist. (aus  Was ist Entropie? Eine Antwort für Unzufriedene
 
André Thess
Fakultät für Maschinenbau  
Technische Universität Ilmenau
Postfach 100565
98684 Ilmenau)

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