Leben bedeutet immer ein gewisses Maß an Frustrationstoleranz. Wer keinen Frust aushält, der/die hat es schwerer. Der subjektive Leidfaktor erhöht sich beträchtlich, das Alltagserleben macht große Mühe, die Stimmung fällt ins Loch - die depressive Entgleisung naht. Negative Botschaften, Misserfolge, Erkrankungen und Pechsträhnen vermiesen uns den Alltag. Die Eltern bringen uns bei, damit umzugehen. Die einen lernen es als Aussitzen, die anderen als verzweifelten Rückzug, wieder andere reagieren mit Trotz, während die Progressiven wütend weitermachen, wo sie eigentlich innehalten sollten.

Der mittlere Weg der Achtsamkeit ist schwer zu vermitteln, da er einen klaren Geist und viel Geduld benötigt. Die bekannte "Haudrauf-Mentalität" wirkt im ersten Moment entlastend, sorgt aber in der Folge für viele Verwicklungen und neues Frustrationspotential. Deshalb folgen wir allzu gerne blindllings der puren Lust und meiden den Frust wie die Pest - schließlich lässt er nur Schlimmstes erahnen. Doch der Weg der Lust ist schmal und gefährlich. Am Ende wartet zwar ein heerer Lohn, die bis dahin zu überwindenden Gefahren werden jedoch gerne unterschätzt oder missachtet. Arbeit und Schweiß, Langmut und ein hohes Maß an Schmerztoleranz müssen geübt werden, bis die Schatztruhe in greifbare Nähe rückt.

Lust und Frust sind also Geschwister. Wie Yin und Yang ergänzen sie einander. Wer sie trennt, wird Schiffbruch erleiden und dafür bezahlen. Mehr Lust als Frust bleibt also ein Kunstwerk...das wir den Deutschen Jäcken allzu gerne wünschen.

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