Pupulismus kommt bekanntlich aus dem Lateinischen ("populus" das Volk) und meint dem Volke nach dem Maule reden zu können, dem linken wie dem rechten...

Populismus ist erst dann möglich, wenn es etwas anderes als das Volk geben kann, nämlich beispielsweise eine Elite oder ein Establishment, die dem Volke zuwiderhandeln, es also nicht geeignet vertreten. Das Problem liegt also nicht im Populismus selbst, sondern viel mehr in der Schere, die geschaffen wurde zwischen DEM vermeintlichen VOLK und den anderen...

Die einen verzagen bereits nach dem ersten Gegentor, die anderen kämpfen bis zur letzten Minute. Vor der Glotze sieht das alles sehr "easy" aus. Einfach losblöken und die Kulle rollt in die richtige Ecke. Auf dem Platz gestaltet es sich dann schon anders. Für Zuschauer ist das aber meistens kein Problem, denn sie kennen die wahren Knackpunkte bereits. Im unerschütterlichen Glauben an die eigenen Coaching-Qualitäten ergossen am Samstag viele Millionen Individualtrainer*Innen ihre Glaubensinhalte auf die deutsche Nation.

Natürlich war ich auch dabei. Und natürlich hatte ich den richtigen Riecher: Dass es nicht leicht werden würde gegen einen defensiven Gegner, der sich aus 2-Meter-Hünen zusammensetzt und wusste wie das IKEA-Regal zusammengebaut wird. Nur die letzte Schraube, die fehlte wieder einmal. Jetzt weiß er wie es sich anfühlt.

Was haben wir gebangt und was hatten wir für 100 Prozent durchschlagsfähige Ratschläge. Ich saß bereits vor dem Telefon, um es Jogi persönlich zu geigen. Doch dann kam, was kommen musste. Ein Fußballmillionär - ein altbackener Weltmeister dazu - bewies der Nation, weshalb die Bezahlung der vergangenen Jahre leistungsgerecht war: "Zusammen sind wir Kroos!" Selbst die Toten Hosen waren sich darin mit dem gesamten deutschen Vaterlande einig. Ab jetzt würde nicht mehr gezaudert und gezweifelt, ab jetzt würden wir uns dem Fußballgott klaglos unterwerfen. Hatte er uns doch bewiesen, dass er dazu in der Lage ist die Dramaturgie bis zur letzten Minute zu bestimmen.

Trump trennte über 2000 Kinder illegal eingereister Mexikaner*Innen und ließ einige sogar bis zu 3500 km weit weg von ihren Eltern fliegen. Die Kindern befinden oder befanden sich in Auffanglagern. Dieses Vorgehen sei nun per Dekret beendet worden, aber nur insofern als nun Eltern und Kindern gemeinsam ins Gefängnis zu wandern haben.

Aus unilogischer Sicht werden von diesem Vorgehen fast alle Prinzipien betroffen. Am vierten Prinzip (Integration und Dissoziation) wird deutlich, dass Trump fundamentale Grundfeste menschlichen Zusammenlebens erschüttert. Er verweigert dem Leben die Gemeinschaft und trennt, anstatt zu verbinden. Er wird zum lustvollen Täter und quält ohne jede Not das unschuldige Leben, so dass noch in vielen Jahren Wunden und Narben zu behandeln sein werden. Er tritt aus dem Verbund der Menschnrechtshüter aus und behauptet Willkürliches...

"Meine Frau und ich sind selten anderer Meinung?" Oder wie wäre es mit: "Meine Frau und ich haben fast nie die gleiche Meinung - wir streiten uns prächtig!" Natürlich ist die zweite Variante viel aufregender und langfristig spannender. Am Ende garantiert sie lebenslangen Hochgenuss. Aber wie soll das gehen: "prächtiges Streiten"!?

Wir haben üblicherweise keine tragfähige Streitkultur in unseren Familien entwickelt. Es existieren keine Jahrtausende alten Regeln für ein zünftiges Miteinander. Die Sprache folgt der Emotion und schnell wirken Worte wie Schwerthiebe. Am Ende gibt es nur Verlierer oder eine/n einsame/n Gewinner*in.

Wie ließe es sich ändern dieses Spiel mit dem Feuer? Sieben impulsive Regeln:

Wer kennt das nicht? Frust meiden - Lust suchen! Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat sich erst einmal in die Position des Frustbrockens gespielt, indem sie balllustige Mexikaner lustig übers Feld springen ließ, dabei weltmeisterliche Größe inhalierte und vor lauter Planung das Spielen vergaß. Jetzt ist Schluß mit Lust, jetzt kommt die Arbeit. Wenn die Equipe um Bundestrainer Löw im nächsten Spiel (gegen Schweden) zu viel Nordluft wittert und sich abschießen lässt, dann wird des Einen Frust zur Lust der nachfolgenden, künftigen Nationalmannschaft. Für die wäre es bei der kommenden Weltmeisterschaft in Katar viel einfacher das Viertelfinale zu überstehen - schließlich hätten die Vorgänger ja versagt.

Wir folgen daher viel lieber der Lust und lassen den Frust hinter uns...aber wie kann das gelingen - ohne Spesen?

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