Unilogon Gruppe

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Das Unilogon und die Beschneidung

Aktuell wird die Beschneidung von Säuglingen (bei Juden am 8ten Tag) und Kindern (bei Muslimen in den ersten Lebensjahren) aufgrund eines Urteils (Kölner Landgericht) heftig diskutiert.

Die unilogische Sichtweise ist einfach darzustellen. Es gibt keinen Grund für eine Beschneidung, weder hygienisch, noch philosophisch, noch ritisch, noch sonst irgendwie:

Sie ist allenfalls religiös motiviert. Die religiöse Motivation ist eine reine Behauptung. Intrinsisch gesehen jedoch für den Gläubigen eine imperative. Er sieht sich also innerhalb seiner Glaubensgemeinschaft gezwungen, genötigt und mit vorgeschobenen Argumenten (die übrigens die wenigsten Gläubigen wirklich kennen) gedrängt einem Ritus zu folgen, der außerhalb dieser Glaubensgemeinschaft keinen Sinn ergibt. Die Beschneidung von Kindern ist allein innerhalb der Glaubensüberzeugung nachvollziehbar.

Aus rechtsstaatlicher und medizinischer (hippokratischer) Sicht handelt es sich hier eindeutig um eine Körperverletzung, ebenso wie die Blutentnahme, das Piercing oder andere - angeblich harmlose - para- oder holomedizinische Eingriffe. Dabei ist die Beschneidung per se keineswegs als "banal" zu deklarieren. Die Komplikationsrate ist wahrscheinlich beträchtlich (wegen der zu erwartenden Dunkelziffer) und die Folgeschäden nicht zu vernachlässigen.

Die ritische Fokussierung auf das männliche Geschlechtsorgan ist zudem ein altes Problem der Glaubensgemeinschaften, das sich als grundsätzliches Drama in der Geschlechterwirklichkeit wiederspiegelt. Psychodynamisch müssen hier Abgründe durchschritten werden, die ich mir an dieser Stelle erspare.

Die Macht, die Religionen über diesen Vorgang an Menschen zelebrieren, indem sie in eine seiner sensibelsten Körperregionen eindringen, ist hässlich und verabscheuenswürdig. Als Mediziner wird mir übel beim Gedanken an die verletzten Seelen, die für diesen Ritus argumentieren.

 

Aus unilogischer Sicht kommt das Prinzip der Biophilie zum Tragen. Es würde diesem Eingriff eindeutig widersprechen. Auch das Prinzip der Gleichheit und Würde und das Prinzip der Liebe bieten keine Option auf diesen Eingriff.

 

Fazit: Der moderne Rechtsstaat hat mit diesem Urteil deshalb eine wichtige Entscheidung zum Schutze nicht selbstbestimmter, schutzbedürftiger Kinder getroffen, die von den betroffenen Glaubensgemeinschaften wohl kaum respektiert werden wird. Ein Schlaglicht auf ihr Verständnis von Toleranz und Andersartigkeit.

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