Heute ist ein Tag zum SOSEIN, zum einfach nur so Dazusein: Ein SOSEIN-DASEINSTAG. Ein Tag ohne Funktion und Auftrag. Ein Tag der Muse. Keine Faulenze, keine Sinnlosigkeit, sondern ein Tag der Betrachtung. Es ist ein Tag, an dem ich die einfache Gemeinschaft liebe, diejenige, die nur so herumschwätzt und nichts besonderes erreichen möchte, die sich gegenseitig belustigt und genießt, dass die Kinder gesund und quirlig sind.

Ein solcher Sosein-Tag ist kein Alltag. Er ergibt sich aus bewussten Entscheidungen, die bestimmten Voraussetzungen gehorchen. Wenn er dann da ist, dann ist er einfach so da.

Seit Jahrhunderten schwelt der Streit zwischen Vegetarier*Innen, Veganer*Innen und Carnivoren...(und es gibt weitere Abstufungen). Es gilt als schick kein Fleisch zu essen und die armen Tiere zu verschonen, denn sie besitzen Geist und Seele und bedürfen des Schutzes. Es gilt als ökologisch die Tiere vor dem Verzehr zu bewahren, denn sie werden dann nicht gequält und produzieren keine umweltschädlichen Gase...

Die Diskussion wird teilweise sehr emotional geführt und beide Seiten haben ihre Argumente. Aus unilogischer Sicht ist jedoch sowohl den Fleischfresser*Innen, als auch den Nicht Fleischfresser*Innen ein Existenzrecht einzuräumen. Die reinen Pflanzenfresser*Innen vernichten ebenso Leben, wie es puristische Fleischfresser*Innen tun.

Wer meint Gutes zu tun, bezeichnet sich gelegentlich auch als selbstlos. Dahinter steckt jedoch meist eine Art Selbstwerdung. Wirklich selbstlos Gutes zu tun, käme der Selbstaufgabe gleich. Da es auf diesem Planeten um Selbstwerdung und Selbstermächtigung geht, kann die Selbstaufgabe kein Ziel sein. Gutes zu tun wirkt besser, wenn das Ego im Hintergrund bleibt. Hier liegt die Schnittstelle. Wer Millionen verschenkt oder jährliche Spendenshows arrangiert um großformatig in den Medien zu erscheinen, der/die hat nur begrenzt Gutes im Sinn. Hier geht es um Öffentlichkeitsarbeit und persönliches Gutmenschentum. In der Summe ist es besser als Kriegswaffenherstellung, aber eben keineswegs ohne egoistischen Hintergedanken.

In vielen Fällen hat selbstloses Gutmenschentum auch mit anderen psychologischen Grundgegebenheiten zu tun:

  • die Bewältigung von Trauer
  • die Ablenkung von negativen Aktivitäten
  • eine verquere Selbstwahrnehmung
  • ein narzistisches Bedürfnis nach Anerkennung

Wer macht sich nicht gelegentlich Gedanken über den Sinn oder/und den Zweck seines Handelns. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird meistens zwischen Sinn und Zweck nicht unterschieden. Bei genauerer Betrachtung lässt sich jedoch ein großer Unterschied ausmachen.

  • Beginnen wir mit dem Zweck einer "Übung": Es ist das, was jemand mit seiner Handlung zu erreichen, zu bewirken sucht, gleichsam das Ziel seiner "Übung". Wenn es nicht gelingt, dann ist es zwecklos.
  • Der Sinn hingegen steht eher für Absicht, Bedeutung und Inhalt der Handlung.

Wenn an einem Automaten geschrieben steht: "Diebstahl zwecklos. Automat wird täglich geleert!" Dann zielt dies eindeutig auf den Versuch des sich Bereicherns ab. Es ist also zwecklos, weil im Automaten kein Geld gefunden würde. Sinnlos wäre es nicht zwingend, weil die Absicht des Diebstahls auch eine vertiefte Botschaft in sich tragen könnte, nämlich z.B. darauf aufmerksam zu machen, dass Automaten unmenschlich sind.

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