Der 2005 in Zürich gestorbene Psychotherapieforscher Klaus Detlev Grawe liefert in seiner Konsistenztheorie vier Grundbedürfnisse:

  • Orientierung und Kontrolle
  • Lustgewinn und Unlustvermeidung
  • Bindung
  • Selbstwerterhöhung und Selbstwertschutz

Täglich ruft uns das Murmeltrier auf, diese Grundbedürfnisse zu befriedigen, weil uns sonst die Motivation abhanden geht und wir uns frustriert fühlen. Dann wollen wir doch einmal genauer hinsehen und uns bewusster mit diesen angeblich so fundamentalen Bedürfnissen befassen.

Seit vielen Jahren steht Unilogon für die These: Wenn etwas schlimmer werden kann, dann ist es wichtig, dem schlimmsten Fall vorzubeugen! Bei Atomunfällen ist es einfach: Abstellen! Beim Autofahren und beim Fliegen ist es schon schwieriger: Sicherheitsvorkehrungen stetig verbessern oder Zuhause bleiben! Beim Klima folgen wir einer schnell veränderbaren und komplexen Kinetik: Wetter kann kippen, ebenso wie Seen: Dann schwimmen die Fische oben! Deshalb ist die Betrachtung des worst case in diesem Falle so wichtig.

Wenn jetzt ein internationales Team von Wissenschaftlern in einer neuen Studie im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) eine verheerende Heißzeit prognostizieren, die langfristig durch etwa 4°C bis 5°C höhere Temperaturen charakterisiert wäre, sowie durch einen Meeresspiegelanstieg um 10 m bis 60 m, dann ist ein wesentliches unilogisches Prinzip verletzt (das auf Leben auf diesem Planeten) und wir sollten ragieren.

Im Prinzip ist die Vorlage aus unilogischer Sicht sehr einfach: Haben die Wissenschaftler Unrecht, dann waren unsere ökologisierende Anstrengungen zur Klimastabilisierung zu aufwändig und nicht zwingend geboten. Behalten sie allerdings Recht, dann...

Eine schöne morgentliche Samstagsrunde mit den Rennrädern sollte es werden...dann lief dieser Hund auf die Straße und der Flug war gebucht. Es war nicht geplant und es war sehr, sehr schmerzhaft. Du liegst auf der Straße, bist voller Adrenalin, das Herz klopft wie wild, aber der Geist ist klar wie reinstes Quellwasser. Du schleppst dich von der Straße und brichst an der Bordsteinkante zusammen. Menschen um dich, die dir helfen und dir zureden. Du bist dankbar, dass es sie gibt und lässt dich fallen.

Sie bringen dich ins Krankenhaus. Die Rettungsassistenten sind sehr freundlich und kompetent. Sie sparen den Notarzt - bin ja selbst einer - und besprechen, dass kein Zugang gelegt wird. Schließlich fühle ich mich kreislaufstabil. Ein gewissen Risiko, weil jeder weiß, dass sich das sehr schnell ändern kann. In Seitenlage lässt es sich aushalten. Knie, Hüfte und Schulter sind aufgeschürft. Die Schlüsselbeinfraktur hatte ich bereits beim Aufprall auf den Teer diagnostiziert. Letzte Zweifel verflogen als ich das Knochenende mit der Hand tastete: Disloziert!

Wenn jeder/e tun und lassen könnte, was er/sie möchte, dann wären wir alle frei und vielleicht vollkommen glücklich. Mag sein, dass die kommende Cyberwelt uns diese Freiheiten geben wird, mag sein, dass das Internet uns offener und glückseliger werden lässt, was aber, wenn die lange ersehnte Freiheit plötzlich öde und langweilig wird, weil sie keine Grenzen kennt und schrankenlos kein Ende spüren lässt?

Die Vorstellung von der absoluten Freiheit ist genauso problematisch wie die Idee einer absoluten Kontrolle. In dem Moment, da wir die völlige Grenzenlosigkeit erreicht haben, wird die Unendlichkeit zur Farce...wie der Dauerorgasmus keinen wirklichen Höhepunkt mehr bedeuten würde. Was braucht es also?

Aktuell sind 152 Gäste und keine Mitglieder online